Wie in den vergangenen Jahren habe ich auch in diesem Jahr eine Sommertour gemacht und die sitzungsfreie Zeit genutzt um Kontakte zu Bürgern und Bürgerinnen, Initiativen und Unternehmen zu intensivieren und wichtige Projekte und Einrichtungen vor Ort zu besuchen. Ich habe dabei unterschiedliche Sichtweisen und Erfahrungen aufgenommen und Berichten aus der Praxis zugehören.

Die diesjährige Sommertour fand vom 07. Juli – 12. Juli statt. Unterwegs gab es wieder viele spannende Termine und Gespräche mit den Menschen. Im Rahmen der Sommertour habe ich mich unter anderem mit der DLRG-Brandenburg getroffen, mit Naturschutztauchern vom NABU im Stechlinsee getauchen, mit Junglandwirten aus der Region über Landgrabbing diskutiert, das einzige Bio Weingut in Brandenburg besucht sowie mit Dorfkümmerern aus der Region über die Probleme des Demographischen Wandels und der Landflucht gesprochen.  

 

Terminübersicht:

 Samstag 05. Juli  2014 | 25 Jahre Mauerfall - Radeln am Berliner Mauer-Radweg

© Sebastian Koeppen  / Wahlkreisbüro Michael JungclausIn diesem Jahr jährt sich der Mauerfall zum 25. Mal, doch leider ist der genaue Mauerverlauf heute nur noch schwer erkennbar. Wo stand eigentlich die Mauer? Dies ist nicht nur eine Frage die Touristen häufig stellen, sondern auch unsere Jugendlichen haben meist keine Vorstellung vom ehemaligen Mauerverlauf. Daher ist es wichtig an die 28-jährige Teilung Deutschlands zu erinnern. Zusammen mit der Berliner Abgeordnetenhausfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, dem Europaabgeordneten Michael Cramer und vielen interessierten BürgerInnen habe ich an der fünften Etappe der Mauerstreifzüge 2014 vom Bahnhof Staaken zum Bahnhof Hennigsdorf teilgenommen.

Der Berliner Mauerweg kennzeichnet den Verlauf der ehemaligen DDR-Grenzanlagen zu West-Berlin. Er führt über rund 160 Kilometer um die einstige Halbstadt herum. In den meisten Abschnitten verläuft die Rad- und Wanderroute auf dem ehemaligen Zollweg (West-Berlin) oder auf dem so genannten Kolonnenweg, den die DDR-Grenztruppen für ihre Kontrollfahrten angelegt hatten.

 

Dienstag 08. Juli 2014 | Dorfkümmerer beleben ländliche Regionen Brandenburgs 

© Sebastian Koeppen  / Wahlkreisbüro Michael JungclausGemeinsam mit dem Projektverantwortlichen, Dr. Tobias Federwisch, habe ich am 08. Juli das bundesweit einmalige Modellprojekt der "Dorfkümmerer" besucht. Das Projekt ist 2014 bereits in die zweite Runde gestartete. 10 neue Dorfkümmerer aus den Landkreisen Barnim, Märkisch-Oderland und Oder-Spree wollen sich um den Erhalt ihrer Dorfgemeinschaft kümmern.

Die Entwicklung des ländlichen Raums ist eine der zentralen Herausforderungen Brandenburgs. Der Demografische Wandel führt dazu, dass immer mehr ältere Menschen mit immer weniger jungen Menschen im ländlichen Raum zusammenleben. Die lebens- und liebenswerten kleinen Dörfer drohen zu vergreisen oder gar ganz zu verschwinden. Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur machen eine Neuausrichtung vieler Politikfelder notwendig: Siedlungs-, Verkehrs- und Infrastrukturpolitik sowie Städtebau sind dabei besonders gefragt. Doch ohne bürgerschaftliches Engagement wird diese Aufgabe nur schwer zu bewältigen sein. Die Dorfkümmerer setzten sich aktiv für das Leben ihrem Dorf und ihrer Region ein und motivieren somit andere BürgerInnen sich freiwillig für die Dorfgemeinschaft zu engagieren. Es geht dabei nicht darum in jedem Dorf etwas völlig neues zu entwickeln, sondern darum die vielen vorhandenen guten Ideen und Ansätze zu verknüpfen. Es geht also darum die verschütteten Potentiale der kleinen Dörfer zu erkennen und ins richtige Licht zu rücken. Die ländlichen Regionen haben meist mehr zu bieten, als man auf den ersten Blick vermuten mag.

Das vom Projektträger social impact bereist 2012 ins Leben gerufene einmalige Modellprojekt der Dorfkümmerer ist 2014 in die zweite Runde gestartete. Dorfkümmerer entwickeln gemeinsam mit anderen Einwohnern spannende Projekte um ihre jeweiligen Heimatdörfer (wieder) attraktiver zu machen. Das Ziel ist die Verbesserung der Lebensqualität im ländlichen Raum.

 

Mittwoch 09. Juli 2014 | Besuch corpuslinea und BBF Bike GmbH

© Sebastian Koeppen  / Wahlkreisbüro Michael JungclausAm 09. Juli habe ich zwei Unternehmen aus meinem Wahlkreis besucht. Die Zukunftspreisträger der Jahre 2012 (corpuslinea) und 2013 (BBF Bike) haben ihren Hauptsitz in Hoppegarten. Im vergangenen Jahr wurde das eigenständige Familienunternehmen, BBF BIKE, mit dem Zukunftspreis des Landes Brandenburg ausgezeichnet. Bereits 2012 wurde das Unternehmen corpuslinea mit dem Zukunftspreis prämiert. Als gelernter Tischler und passionierter Radfahrer habe ich mich über die Gespräche mit dem Geschäftsführer von corpuslinea, Steffen Tremel, und dem geschäftsführenden Gesellschafter von BBF Bike und ehemaligen Wasserballnationalspieler, Hagen Stamm, sehr gefreut.

Die beiden Unternehmen aus meinem Wahlkreis zeigen deutlich, wie wichtig klein und mittelständische Unternehmen für die Wirtschaftsrat Brandenburgs sind und dass mit einem innovativen und nachhaltigen Konzept viel erreicht werden kann. Ich bin stolz darauf, dass wir hier bei uns in der Region so tolle Unternehmen haben, die sich auch um die Ausbildung der Jungendlichen vorbildlich kümmern

 

Mittwoch 09. Juli 2014 | Landgrabbing – Ausverkauf der heimischen Landwirtschaft  

© Sebastian Koeppen  / Wahlkreisbüro Michael JungclausMit Junglandwirten aus der Region Märkisch-Oderland traf ich mich am 09. Juli in Friedersdorf. Auf dem Hof von Johannes Erz sprach ich mit den Junglandwirten und den Mitgliedern vom „Bündnis Junge Landwirte e.V.“ über die rasant zunehmende Ballung von Agrarflächen in der Hand weniger Großinvestoren. Durch den Ausverkauf der Landwirtschaftsflächen werden lebensfähige Dorfstrukturen im ländlichen Raum zerstört. Das „Bündnis Junge Landwirte e.V.“ setzt sich mit seiner Kampagne „Stoppt Landgrabbing“  für eine bäuerliche Agrarkultur in Ostdeutschland und für eine faire Bodenvergabe ein. Landgrabbing wird zunehmend auch ein Problem in Brandenburg und ist kein ausschließliches Phänomen von sogenannten Entwicklungs- und Schwellenländern. Befördert wird Landgrabbing durch riesige EU-Subventionen, die die Anleger abgreifen. Dem könnte durch eine wirksamen Kappungsgrenze und Degression bei den Subventionszahlungen der EU begegnet werden.

Wir müssen schleunigst handeln und den Ausverkauf der ostdeutschen Landwirtschaft an Großinvestoren stoppen. Der gezielte Kauf von Land durch Spekulanten und nichtlandwirtschaftliche Investoren wird öffentlich kaum registriert und diskutiert. Doch die Landwirtschaft erfährt dadurch einen radikalen Wandel. Durch Landgrabbing werden lebensfähige Dorfstrukturen im ländlichen Raum zerstört, denn die Gewinne fließen in andere Regionen. Die explodierenden Bodenpreise führen dazu, dass kleinere Betriebe, Junglandwirt und Öko-Landwirt die eigenen Flächen kaum noch halten geschweige denn neue dazu erwerben können. Die Boden- und Pachtpreise sind in Ostdeutschland seit 2006 um 132 Prozent gestiegen, während es im Westen nur 19 Prozent waren. Doch das wirklich Erschreckende daran ist, dass diese rot-rote Landesregierung nichts gegen diese Entwicklung unternimmt. Dabei ist es doch ihre Politik, die den Boden für ausländische Investoren, Kapitalgesellschaften und Großkonzerne so interessant macht. Bereits heute ist es so, dass die brandenburgischen Äcker im Besitz von einigen wenigen sind. In Märkisch Oderland kontrollierten vier Investoren fast ein Drittel des Bodens.

 

Donnerstag 10. Juli 2014 | Energieberatung mit der Verbraucherzentrale Brandenburg

© Sebastian Koeppen  / Wahlkreisbüro Michael JungclausIn Frankfurt (Oder) habe ich am 10. Juli das Beratungszentrum der Verbraucherzentrale Brandenburg besucht und als energiepolitische Sprecher der Landtagsfraktion an der Energieberatung der Verbraucherzentrale teilgenommen.

Die Energiewende kann nur gelingen, wenn wir eine konsequent an Einsparen, Effizienz und Erneuerbaren Energien ausgerichteter Politik machen. Viel zu häufig findet in privaten aber auch in öffentlichen Gebäuden, wie zuletzt wieder bei den Landesliegenschaften offenkundig wurde, Energieverschwendung statt. Hier liegt ein großes Potential um den Energieverbauch und somit auch den CO2-Ausstoß zu minimieren. Wir müssen unsere vorhandenen Ressourcen intelligenter und effizienter nutzen. Wie wichtig und lohnenswert Energieeinsparung sein kann, zeigt das von mir initiierte Projekt „Fifty/Fifty: Energiesparen an Schulen“. Durch dieses Projekt konnten in den vergangenen fünf Jahren mehr als 200.000 € eingespart werden.

Neben der Energieberatung sprach ich auch mit dem Leiter des Beratungszentrums, Jan Wilschke, über die weiteren Aufgabenfelder der Verbraucherzentrale Brandenburg. Dabei ging es vor allem um unangemessen hohe Bezugsstromabrechnungen für PV-Anlagenbetreiber.

Das was die Energieversorger mit den Betreibern von Photovoltaikanlagen machen ist eine Frechheit. Seit 2012 müssen Betreiber von kleineren Solarstromanlagen für den äußerst geringfügigen Bezugsstrom der Wechselrichter zahlen. Bei einem Stromverbrauch von unter einem Euro, sind bis zu 80 € Grundgebühr fällig. Dass die PV-Anlagenbetreiber für den Bezugsstrom zahlen sollen, mag noch nachvollziehbar sein aber die Energieversorger verlangten ja nicht nur die Stromkosten, sondern ein Vielfaches dessen als Zähler- und Grundgebühr. So kommen leicht über hundert Euro jährliche Gebühren bei Stromkosten unter einem Euro zusammen. Ich kann den Frust der Betroffenen verstehen und nachvollziehen, dass sie sich gegen die viel zu hohen Forderungen sträuben und notfalls auch rechtlich wehren.

Außerdem habe ich die Gelegenheit genutzt und habe auch das Deutsch-Polnischen Verbraucherinformationszentrum besucht und mit der Projektleiterin Dr. Katarzyna Trietz, über grenzüberschreitende Verbraucherfragen gesprochen.  

 

Donnerstag 10. Juli 2014 | Moorschutz in Brandenburg

© Sebastian Koeppen  / Wahlkreisbüro Michael JungclausDurch den Reichtum an Niedermooren ist Brandenburg in der Verantwortung, sich um diesen wichtigen Lebensraum für Tiere, Pflanzen und den Menschen zu kümmern. Mit der Leiterin des Naturparkes Märkische Schweiz, Sabine Pohl, und dem NABU-Mitglied Norbert Wedel habe ich am 10. Juli über die Bedeutung der Moore gesprochen und bin gemeinsam mit Ihnen durch das Naturschutzgebiet Gumnitz und Großer Schlagenthinsee  gewandert.

Unsere hiesigen Moore sind erheblich gestört. Sie verlieren jährlich einen Zentimeter an Mächtigkeit infolge von Mineralisation und Sackung, die vorwiegend durch Entwässerung land- und forstwirtschaftlicher Flächen resultiert. Würde sich der Moorschwund in dieser Geschwindigkeit fortsetzen, wären in Brandenburg bereits in 40 Jahren über die Hälfte der Brandenburger Moorflächen verschwunden und erhebliche Mengen an Kohlendioxid freigesetzt. Im Rahmen der neuen EU-Förderperiode muss die Landesregierung dafür Sorge tragen, dass umfängliche Mittel für Maßnahmen zur Verfügung gestellt werden, die den Moorschwund aufhalten und eine Renaturierung unserer Moore ermöglichen. Moorschutz ist Biodiversitäts- und Klimaschutz in einem. Daher müssen wir dem Schutz und der Renaturierung unserer Feuchtgebiete eine hohe Priorität einräumen

Moore erfüllen eine Vielzahl von wichtigen ökologischen Funktionen: Klimaschutz, Wasserhaushalt, Nährstofffilterung und Biodiversität. Gefährdet werden Moore insbesondere durch die Entwässerung und den Torfabbau. Torf ist in vielen Blumenerden enthalten. Wer den Moorschutz ernst nimmt, sollte daher tunlichst auf torfhaltige Blumenerde verzichten. Moore sind neben den Meeren der wichtigste Kohlenstoffspeicher überhaupt - daher ist Moorschutz auch Klimaschutz.

Donnerstag 10. Juli 2014 | Bodenbiologie statt Agrarchemie - Wie können Pflanzenschutzmittel und Dünger in der Landwirtschaft reduziert werden?

© Sebastian Koeppen  / Wahlkreisbüro Michael JungclausIn Dannenberg habe ich mich bei der von Jens Petermann geführten Produktivgesellschaft über Möglichkeiten, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Düngern in der Landwirtschaft zu reduzieren informiert. Es ging dabei um die Frage, ob Bodenbiologie als Alternative zur Agrarchemie genutzt werden kann.

 Was wir in Brandenburg dringend brauchen ist ein Kurswechsel in Landwirtschaftspolitik hin zu einer bäuerlichen, nachhaltigen und regional verankerten Landwirtschaft. Dies zeigt nicht zuletzt die breite Unterstützung der Volksinitiative „Stoppt Massentierhaltung“. Bodenbiologie ist eine noch viel zu selten genutzt Alternative zur Agrarchemie. Statt Pflanzenschutzmittel und Dünger auf unsere Äcker zu spritzen, sollten wir uns stärker mit Alternativen befassen. Die ökologische Landwirtschaft kommt ohne künstlichen Dünger und chemischen Pflanzenschutz aus, schont somit Boden, Wasser und Klima. Besonders auf den sandigen und trocknen Böden der Mark ist es wichtig, dass der Boden, das Wasser länger speichern kann. Daher ist es wichtig das Bodenleben, durch das Direktsaatverfahren, zu aktivieren und somit die Nährstoffverfügbarkeit zu optimiert und Wassererosionen zu vermieden

Die Direktsaat ist ein agrarwirtschaftliches Gesamtkonzept für langfristige Bodenfruchtbarkeit. In Deutschland ist es in der Praxis, anders als in Südamerika, noch nicht sehr präsent. Der Diplom- Agraringenieur Jens Petermann hat sich intensiv mit dem Thema der Direktsaat befasst und vermittelt sein Wissen im Rahmen von Fortbildungen an Interessierte (www.land-wirt.info).

 

Freitag 11. Juli 2014 | Brandenburgs erstes und einziges Bio-Weingut in Töplitz

© Sebastian Koeppen  / Wahlkreisbüro Michael Jungclaus Am 11. Juli habe ich das erste und einzige Bio-Weingut in Brandenburg besucht. Auf dem Weingut Klosterhof Töplitz sprach ich mit dem Winzer  Ludolf Artymowytsch über den Weinanbau in Brandenburg, die Unterschiede zu konventionellen Weingütern und die wirtschaftliche und touristische Bedeutung des Weinanbaus in Brandenburg.

Guter Wein kann auch in Brandenburg auf ökologische Weise erzeugt werden, dies zeigt das Bio-Weingut Klosterhof Töplitz. Hier wird auf chemisch-synthetische Pflanzenschutz- und Düngemittel verzichtet. Durch Untersaaten im Weinberg und natürliche Schädlingsbekämpfer, wie z.B. den Marienkäfer, wird bei der ökologischen Anbauvariante ein wichtiger Beitrag für den Umwelt- und Naturschutz geleistet. Gerade bei Weinen kommt es auf den Geschmack und Genuss an und daher sollte auch beim Weinanbau auf den Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemittel verzichtet werden.

Der Anbau von Wein hat auf der Insel Töplitz eine lange Tradition. Bereits im 13. Jahrhundert kultivierten Zisterzienser Mönche vom Kloster Lehnin auf dem Weinberg ihre Reben. Seit 2012 führt der Winzer und Weinhändler Ludolf Artymowytsch, gemeinsam mit seinem Team diese Tradition fort. Auf dem 2,5 Hektar großen Weinberg wachsen zurzeit ca. 7.000 Rebstöcke. Insgesamt sollen es einmal 9.000 Rebstöcke werden. Auf der sonnigen und südexponierten Lage von Töplitz  gedeihen  sechs Sorten: Bacchus, Grauburgunder, Riesling und Weißburgunder (alle vier weiß) sowie Regent und Saint Laurent (beide rot).

 

Freitag 11. Juli 2014 | Grünbrücken für Wildwechsel in Brandenburg B 101 bei Jüterbog

© Sebastian Koeppen  / Wahlkreisbüro Michael JungclausBrandenburg ist das Bundesland mit den meisten Wildunfällen – mit steigender Tendenz. Grünbrücken verbinden die durch Straßen zerschnittenen Lebensräume der Tiere und mindern somit die Gefahr für Unfälle mit Wildtieren. Mit den Vorsitzenden des NABU-Brandenburg, Friedhelm Schmitz-Jersch, VertreterInnen vom Landesbetrieb Forst und der VertreterInnen der Stiftung Naturlandschaften sprach ich am 11. Juli M an der Grünbrücke über die B 101 bei Jüterbog über das Monitoring der Brandenburger Grünbrücken. Die Grünbrücke an der B 101 bei Jüterbog ist die einzige deutschlandweit, die Straße und Bahn gleichzeitig überbrückt.

Grünbrücken sind sowohl für die Verkehrssicherheit als auch für die Mischung der Tierpopulationen wichtig. In einigen Regionen sind die Lebensräume unserer Wildtiere durch Autobahnen, Fernstraßen und Schienentrassen extrem stark zerschnitten. Die Wildtiere leben somit in isolierten Räumen. Grünbrücken sind wichtige Querungshilfen für die Wildtiere und ermöglichen es Ihnen zu wandern und sich mit anderen Populationen zu mischen. Somit kann der genetischen Verarmung entgegen gewirkt werden. Gleichzeitig tragen Grünbrücken deutlich zur Verminderung von Verkehrsunfällen aufgrund von Wildwechsel bei.

Die meisten Grünbrücken sind mit Videoüberwachungsanlagen ausgerüstet, um die Funktionalität als Wildtierpassagen zu überprüfen. Bislang wurden auf den Grünbrücken unter anderem Rot-, Dam- und Rehwild sowie Rotfuchs, Dachs und Marder gesichtet. Um den Wildtieren dauerhaft die Überquerung der Straßen zu ermöglichen ist es wichtig, dass sich die Menschen von den Grünbrücken fernhalten.

 

Samstag 12. Juli 2014 | Jungclaus taucht mit Naturschutztaucher des NABU Gransee ab

© Silke Oldorff Das Projekt „Naturschutztauchen“ wurde im vergangenen Jahr mit der höchstdotierten Auszeichnung des Naturschutzes in Deutschland, dem „Deutschen Naturschutzpreis“, ausgezeichnet. Das Projekt geht auf eine Kooperation zwischen dem NABU Gransee, des Tauchsportclubs Nehmitzsee und der Naturparkverwaltung Stechlin-Ruppiner Land zurück. Am 12. Juli habe ich mich vor Ort über das Projekt der Naturschutztaucher informiert und bin gemeinsam mit dem Tauchlehrer Carsten Jacobi, Silke Oldorff vom NABU und Frank Kroll, Vorstand Tauchclub Nehmitz, abgetaucht.

 Taucher sind die natürlichen Verbündeten des Naturschutzes. Das Natursportprojekt zeigt, wie wichtig die Allianz von Naturschützern und Sporttauchern zum Schutz der Klarwasserseen ist. Die Zunahme an Nährstoffen in vielen Klarwasserseen in Brandenburg verringert die Transparenz des Wassers und gefährdet wichtige Lebensräume für etliche einheimische Tier- und Pflanzenarten. Eine hohe Biodiversität und klares Wasser, sind das gemeinsame Interesse von Sporttauchern und Naturschützern. Das Projekt trägt zum Schutz von Gewässern in Brandenburg bei und ermöglicht es, bedenkliche Veränderungen in der Unterwasservegetation der Seen frühzeitig zu erkennen.

Seit 2008 wurden 20 Sporttaucher vom NABU in den Wintermonaten botanisch geschult und eigneten sich praktische Kenntnisse zur Bestimmung von Deckungsgraden einzelner Pflanzenarten an. Von den rund 3000 Seen in Brandenburg sind gemäß der EU-Wasserrahmenrichtlinie knapp 250 berichtspflichtig. Brandenburg ist verpflichtet, der EU-Kommission regelmäßig über den Zustand dieser Seen Auskunft zu geben. Drei Viertel davon sind in einem besorgniserregenden Zustand. Die Landnutzung rund um die Seen führt zu verstärktem Nährstoffeintrag und somit zu einem ungünstigen Erhaltungszustand mit der Tendenz zur weiteren Verschlechterung. Die Naturschutztaucher fungieren durch ihre regelmäßigen Kontrollen als Frühwarnsystem. Die von ihnen erhobenen Daten sind für den Schutz der Seen nutzbar. Die dabei angewandte Methodik richtet sich nach den Vorgaben für das Monitoring von Lebensraumtypen der Naturschutzrichtlinie der Europäischen Union (FFH-Richtlinie).

 

Samstag 12. Juli 2014 | Bürgerinitiative A10 Nord – Birkenwerder und Hohen Neuendorf gegen Lärm 

© Sebastian Koeppen  / Wahlkreisbüro Michael JungclausIn Birkenwerder traf ich mich am 12. Juli  mit Peter Kleffmann, Sprecher der Bürgerinitiative, und weiteren VertreterInnen der Bürgerinitiative um mich vor Ort über die drei Großprojekte in Birkenwerder zu informieren. Die Bürgerinitiative setzt sich für die Reduzierung der Belastungen durch die Autobahn A10 im Bereich Birkenwerder – Hohen Neuendorf ein. Neben dem Ausbau der A10 gibt es weitere Großprojekte, die die Gemeinden belasten. Zum einen der Ausbau der Höchstspannungsleitungen von 220 auf 380 kV und zum anderen  der Ausbau der Bahnstrecke Berlin – Rostock von 120 km/h auf 160 km/h.

Was in Birkenwerder und Hohen Neuendorf passiert ist einmalig in Brandenburg. Die BürgerInnen müssen nicht nur mit der bestehenden Belastung durch die Autobahn leben, sondern jetzt soll auch noch die Bahntrasse und die Höchstspannungsleitungen ausgebaut werden. Lärm und Emissionen beeinträchtigen die Lebensqualität und schädigen die Gesundheit. Die gesundheitsschädlichen Auswirkungen von Lärm sind heutzutage weithin erforscht und bekannt. Laut Umweltbundesamt haben Menschen, die über längere Zeit Lärmbelastungen ausgesetzt sind, ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck und Herzinfarkte. Daher müssen Lösungen und Wege gesucht werden um den Lärm erträglicher zu machen oder zu vermeiden.

Durch den geplanten sechsspurigen Ausbau der A 10 bei Birkenwerder, sowie den Ausbau der Hochspannungsleitung und der Bahntrasse Berlin-Rostock werden die AnwohnerInnen im Bereich Birkenwerder – Hohen Neuendorf extrem stark belastet. Seit 2009 setzt sich die Bürgerinitiative gegen die Belastungen ihrer Region ein. Dabei geht es den Mitglieder der Bürgerinitiative nicht um die Verhinderung von Infrastrukturmaßnahmen, sondern darum die Belastungen für die BewohnerInnen möglichst zu begrenzen und wenn möglich ganz zu vermeiden.

 

Sonntag 13. Juli 2014 | DLRG Brandenburg - Rettungsschwimmer sind Lebensretter

© Sebastian Koeppen  / Wahlkreisbüro Michael JungclausIn Potsdam traf ich mich am 13. Juli mit Jens Serbser vom Vorstand der DLRG Brandenburg, der Leiterin der Geschäftsstelle, Iris Rutner, sowie Axel Koppernock von der DLRG Ortsgruppe Potsdam. Gemeinsam haben wir u.a. über die Anzahl der Badetoten, die Finanzierung der DLRG sowie die Nahwuchsproblematik gesprochen. Im Anschluss an das Gespräch hat die Ortsgruppe Potsdam eine praktische Übungen der Rettungsschwimmer durchgeführt und mir verdeutlicht, wie wichtig das Training für Rettungsschwimmer ist.

Brandenburg ist eines der wasserreichsten Bundesländer. Daher hat die Arbeit und die Ausbildung der DLRG Rettungsschwimmer hier eine sehr hohe Bedeutung. Die Anzahl der Badetoten stagniert in Brandenburg auf einem bedauerlich hohen Niveau. Im vergangenen Jahr sind in Brandenburg nach Angaben der DLRG 19 Menschen ertrunken. Doch die Dunkelziffer liegt vermutlich viel höher. Besonders in den warmen Sommermonaten kommt es in den Gewässern Brandenburgs vermehrt zu Unfällen. Ohne den Einsatz der ehrenamtlichen Rettungsschwimmer würde die Zahl der Badetoten allerdings noch um ein vielfaches höher liegen. Daher ist es umso wichtiger, dass es genügend Rettungsschwimmer gibt. Doch auch in diesem Sommer beklagte die DLRG zum Start der Badesaison im Mai, das Fehlen von Rettungsschwimmern

Die DLRG Brandenburg wurde im Jahr 1990 gegründet und umfasst 29 Kreis- und Ortsverbände, davon führen 25 Gliederungen insgesamt mehr als 3100 Mitglieder. Aufgrund des Wasserreichtums Brandenburgs, es gibt rund 3000 Seen und 33000 km Fließgewässer, ist die Wasserrettung eine der wichtigsten Aufgaben der DLRG. Daneben zählen auch der Katastrophenschutz sowie die Absicherung von Veranstaltungen zu ihren Hauptaufgaben. 

 

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